Bund der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure e.V.
Landesgruppe Thüringen

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Internet: www.bdvi-thueringen.de

Die Rechtsstellung des ÖbVI ist in § 1 des Thüringer Gesetzes über die Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure (ThürGÖbVI) vom 22. März 2005, in der jeweils geltenden Fassung, geregelt:

(1) Zur Mitwirkung an den Aufgaben des amtlichen Vermessungswesens werden Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure von dem für das amtliche Vermessungswesen zuständigen Ministerium nach den Bestimmungen dieses Gesetzes bestellt.

(2) Der Öffentlich bestellte Vermessungsingenieur ist Träger eines öffentlichen Amtes zur Erfüllung von Aufgaben auf dem Gebiet des amtlichen Vermessungswesens. Seine Tätigkeit ist kein Gewerbe. 

§ 2 bestimmt die Aufgaben und Befugnisse:

(1) Der Öffentlich bestellte Vermessungsingenieur ist befugt,

  1. Vermessungen, deren Ergebnisse dazu bestimmt sind, in das Liegenschaftskataster übernommen zu werden, auszuführen und auszuwerten sowie Abmarkungen durchzuführen,

  2. nach Maßgabe des § 19 Abs. 3 Thüringer Vermessungs- und Geoinformationsgesetz (ThürVermGeoG) vom 16. Dezember 2008 (GVBl. S. 574), in der jeweils geltenden Fassung, Dritten Einsicht in die Daten des Liegenschaftskatasters zu gewähren sowie Auskünfte und analoge Auszüge daraus zu erteilen,

  3. Tatbestände, die am Grund und Boden durch vermessungstechnische Ermittlungen festgestellt werden, mit öffentlichem Glauben zu beurkunden

  4. weitere Aufgaben des amtlichen Vermessungswesens wahrzunehmen, soweit er durch Rechtsvorschrift dazu ermächtigt wird, und

  5. unter Berufung auf seinen Berufseid als Sachverständiger für das Vermessungswesen aufzutreten.


(2) Auf die Beurkundungen und Beglaubigungen sind die Bestimmungen des Beurkundungsgesetzes vom 28. August 1969 (BGBl. I S. 1513), in der jeweils geltenden Fassung, entsprechend anzuwenden.

(3) Neben der Tätigkeit nach Absatz 1 darf der Öffentlich bestellte Vermessungsingenieur auch andere Aufgaben auf allen Gebieten des Vermessungswesens wahrnehmen, soweit er aufgrund seiner Ausbildung und Erfahrung sachkundig ist.

(4) Der Öffentlich bestellte Vermessungsingenieur hat in angemessenem Umfang an der Berufs- und Laufbahnausbildung von Nachwuchskräften im Vermessungswesen nach den hierfür geltenden Rechts- und Verwaltungsvorschriften mitzuwirken. 

Die Voraussetzungen für die Bestellung sind in den §§ 14 ff. ThürGÖbVI geregelt. § 14 Abs. 3 bestimmt u.a., dass als ÖbVI nur bestellt werden darf, wer

  1. das Abschlusszeugnis einer Hochschule, Fachhochschule oder gleichgestellten Einrichtung in der Fachrichtung Vermessungswesen besitzt,

  2. die Befähigung

    a) zum höheren vermessungstechnischen Verwaltungsdienst oder
    b) zum gehobenen vermessungstechnischen Verwaltungsdienst erworben hat,

  3. nach dem Erwerb der Befähigung

    a) im Fall der Nummer 2 Buchst. a mindestens ein Jahr oder
    b) im Fall der Nummer 2 Buchst. b mindestens fünf Jahre

    bei einer Vermessungsstelle nach § 17 ThürVermGeoG überwiegend mit Liegenschaftsvermessungen nach § 9 Abs. 6 ThürVermGeoG beschäftigt gewesen ist, wobei die Beschäftigung mit Liegenschaftsvermessungen zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht länger als sechs Jahre zurückliegen darf und mindestens die Hälfte dieser Tätigkeit bei einem Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur abgeleistet worden sein soll,

  4. den Beruf selbstständig, unabhängig und ohne Beeinträchtigung durch andere Aufgaben ausüben kann,

  5. die erforderliche Eignung und Zuverlässigkeit besitzt und

  6. die erforderliche körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nachweist. 

Der ÖbVI unterliegt gemäß § 11 ThürGÖbVI der staatlichen Aufsicht durch das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft als oberste Katasterbehörde. 

Der ÖbVI erhebt für seine Amtshandlungen Kosten (Gebühren und Auslagen), die sich gemäß § 8 ThürGÖbVI nach der Thüringer Verwaltungskostenordnung für das amtliche Vermessungswesen (ThürVwKostOVerm) vom 29.01.2010, in der jeweils geltenden Fassung, ergeben.

Die Kosten für hoheitliche Vermessungsleistungen - dazu zählen im Wesentlichen

    • Zerlegungsvermessung (Grenzfeststellung)
    • Grenzwiederherstellung
    • Grenzanzeige
    • Amtlicher Lageplan zum Bauantrag (liegenschaftsrechtlicher Teil)
    • Gebäudeeinmessung


    sind also vom Gesetzgeber vorgegeben. Eine Ausschreibung von Vermessungsleistungen kommt daher nicht in Betracht. Durch Anfrage bei einem ÖbVI Ihres Vertrauens wird für Sie eine Kostenschätzung der Vermessungsleistung entsprechend der Kostenordnung erstellt.

    Nähere Auskünfte erhalten Sie gerne bei Ihrem ÖbVI vor Ort.